Mixed up… (56)

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Das erste Quartal des Jahres 2011 liegt noch nicht berichtsreif abgeschlossen hinter uns. Dennoch hat es Ereignisse von solcher Tragweite für Politik, Geselllschaft, Wirtschaft, Natur und Umwelt mit sich gebracht, dass man ob der entfesselt hereinbrechenden Urgewalten am liebsten schon jetzt einen Schlussstrich unter 2011 ziehen und ein neues Jahr beginnen lassen möchte. Eines, an dessen Ende man zurückblickt und sich fragt, was sich überhaupt in den vergangenen zwölf Monaten ereignet hat. Eines, das es aufgrund seiner Bedeutungslosigkeit nicht Wert ist, in die Geschichtsbücher aufgenommen zu werden. Was sich in Australien (Überschwemmungen), Neuseeland (Erdbeben), Japan (Erdbeben) zugetragen hat, was derzeit den Nahen Osten erschüttert und die Welt in Atem hält, vermag man mit seinem begrenzten Sprachvermögen kaum zu beschreiben.

Obendrein erschüttert mich, dass zahlreiche Gruppierungen, radikale evangelikale Apokalyptiker oder Witzemacher mit Mario Barth’scher Niveaufreiheit, dieser Tage wieder vermehrt von sich hören lassen. Sie hängen sich an diese Ereignisse ran und instrumentalisieren und missbrauchen sie für ihre niederen Zwecke. Das finde ich schlichtweg zum kotzen genauso wie die Streuwirkung auf Facebook & Co. Auswüchse einer vernetzten Welt, die man hinzunehmen hat – genauso wie diese unsäglich makaberen, empathiefernen Beiträge neoliberaler Blogger. Zu deren Aussagen Stellung zu nehmen, empfiehlt sich allerdings nur bedingt. Man duelliert sich mit intellektuell Unbewaffneten.

Zurück zu den Mixtapes. Vor zwei, drei Tagen hat Dan Snaith alias Caribou auf seiner Soundcloud jede Menge Podcasts geteilt, die er in den letzten Monaten für diverse Blogs und Websites eingespielt hat. Sein Resident Advisor Podcast ist dabei, ebenso sein Mix für Allez-Allez. Stets eine schöne Zusammenstellung von eigenen Tracks gemischt mit House von Theo Parrish, Moodymann oder Mr. Fingers sowie Leckerbissen aus einer gut gefüllten Schachtel bunter Soundpralinen jeglicher Genre.

DJ Sets by Caribouband

Das kleine feine Label Terpsiton, das zuletzt mit “The XChange“, einer 12” von Smallville’s Dionne auf sich aufmerksam gemacht hat, verteilt seit einigen Wochen über seine gelb-orange Klangwolke Mixtapes der labelnahen Künstler. Zwei davon habe ich bis jetzt angehört. Mehrmals. Bin schwer beeindruckt.Ich hoffe, euch wird es genauso gehen.

Der erste Mix stammt von Kai von Glasow. Er hat die Veröffentlichungsreihe des Labels Terpsiton mit “Where Do We Go Wrong” (und weiteren Tracks) begonnen:

Terpsiton MIX TAPE “Higo Bloiko” (by Kai von Glasow) by TERPSITON

Für den zweiten Mix verantwortlich zeichnet Niklas Grosse Hündfeld a.k.a. Niki:

Terpsiton MIX TAPE “Jolifanto Bambla” (by NIKI) by TERPSITON

Fahrt in Richtung Chicago nimmt im folgenden Mix der Vinylgroover Johannes Albert auf. Rough Acid House Love!

Johannes Albert – Rough Acid Love House by johannes albert

Mit seinen Mixtapes fängt Späk nicht nur regelmässig Mäuse, sondern zieht enthusiastische House-/Techno-Fans in seinen Bann – mich eingeschlossen – und vergrössert die Schar der Stammhörer von Mix zu Mix. Im Anschluss an Johannes Alberts rohe Acid-Liebe kann es ja nur rough & dirty weitergehen:

basement – rough and dirty…mix by späk by späk

Rohkost aus House und Techno serviert auch Louche aus Leeds / London. Die Veranstalter haben für ihre bevorstehende Party Fred Peterkin alias Fred P / Black Jazz Consortium gebucht. Dieser wiederum hat als Amuse-Gueule einen Podcast vorausgeschickt:

Fred P – Podcast @ Louche

Sein Underground Quality-Homie DJ Jus-Ed war bei Melbourne Deepcast am Start und hat die Podcast-Reihe bereichert und zudem noch ein paar Fragen beantwortet. Check:

Jus-Ed – Interview & Podcast @ Melbourne Deepcast

Ray Jones aus Basel, DJ, Produzent, Soulful-House und Garage-Nostalgiker, hat sich durch das frühlingshaft anregende Wetter inspiriert gefühlt, einen neuen Mix auf seine Soundcloud zu packen. Azuni, Prommer & Barck, Steffi, und so weiter. Jus’ dance, baby!

RayJones-DeepCarnival March Mix 2011 by Ray Jones

Den Abschluss macht heute Steffen Bennemann aus Leipig. Als Koi hat er mit “Deaf Torero” eine EP auf Styrax Leaves veröffentlicht, deren Dub Techno-Tracks mich auch heute noch die materielle Erde verlassen und zu astralen Ebenen schweben lassen. Genauso wirkt auf mich auch der Mitschnitt seines Sets aus der Panoramabar vom vergangenen November. Highly recommended!

steffen bennemann – panoramabar 25.11.2010 by steffenbennemann

English(short) version: this may sound shallow and superficial, but I honestly feel with the people in Japan that are suffering from the effects of last friday’s severe earthquake and tsunami. A natural, environmental and human catastrophe like this leaves me speechless.

Besides of this, one thing really makes me angry: articles, blog posts and comments published by radicals evangelical movements, right-wing charismatic christians and so-called comedians who either welcome the earthquake or make fun of the victims. Fuck you, stupid morons!

To calm down, I highly recommend you the mixes by Dan Snaith a.k.a. Caribou. Perfect blend of own material with music from Moodymann, Theo Parrish, Mr. Fingers and all kind of obscure, soul-ish, jazzy music. Then you’ll find a nice selection of house-not-house mixes by Johannes Albert, Späk, Fred P, Jus-Ed, and Terpsiton Muzik artists. Enjoy!

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