Jon Cutler feat. Vanessa Freeman – Focus (Lifted Up) (Tea Party Mixes)

Ist (Soulful) House US-amerikanischer, insbesondere New Yorker Prägung uncool? Spreche ich mit der Aufnahme dieser Release in meinen Katalog vorgestellter Veröffentlichungen mein Todesurteil? Und wenn schon! Nie habe ich von mir behauptet, zu wissen, was gerade angesagt ist, nie habe ich irgendwo festgehalten, stets die alleraktuellsten Trends aufzuzeigen, denn es geht mir einfach um die Vorstellung der Musik, die mir im Augenblick des Schreibens besonders gut gefällt. Und das sind in diesem Fall die Tea Party Mixes des New Yorkers Ian Friday zu “Focus (Lifted Up)” von Jon Cutler und Vanessa Freeman. Das Original erschien irgendwann einmal um das Jahr 2003 herum, und hat es anschliessend auch in die von Jon Cutler abgemischte Afterdark – New York (http://www.discogs.com/Various-Afterdark-New-York-City/release/537757) geschafft. War ja irgendwie klar, aber wer kann es einem Künstler / Musiker / DJ verdenken, wenn er sich auf einer Compilation ein wenig selbst featured?!

Wieder zurück zu “Focus (Lifted Up)“. Das Original erfährt hier eine Überarbeitung durch den rührig umtriebigen Ian Friday, der bereits 1994 seine Non-Profit Organisation “Tea Party” gegründet hat, um junge, unerfahrene Künstler an der Hand zu nehmen und zu begleiten. So haben beispielsweise Erykah Badu, Mos Def, Talib Kweli, Saundra St. Victor, Vernon Reid, Corey Glover oder Saul Williams unter anderem hier ihre ersten Schritte auf dem Weg zu einer erfolgreichen Karriere unternommen. Das nur als kleine Hintergrundinformation zu seiner Person.

“A soulful treatment” würde ich vermutlich auf einem englischsprachigen Weblog schreiben, denn Ian Friday verändert das Original kaum, setzt jedoch in seinem “Tea Party Vox Mix” den Akzent auf eine orgel-orientierte, leicht perkussive Musik, wie sie regelmässig auch im New Yorker Club Shelter zum Einsatz kommt. Um ein Vielfaches reduzierter dagegen der “Tea Party Dub“, der aufgrund seiner tiefen Bassline und des treibenden Beats kraftvoll-energisch auftritt und dann wiederum wegen des zentralen Orgel-Riffs eine tragende elegische Stimmung verbreitet.

Kann mir im Übrigen auch gut vorstellen, dass die Basler Soulful House-Szene diesen Song bereitwillig aufnehmen wird.

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