Ausgehtipps der Woche 2: 6. Januar 2014 – 12. Januar 2014

Foto: Pearson Sound

Oskar Melzer, einst Mitinhaber des Berliner Clubs Weekend, Ralf Köster vom Golden Pudel Club in Hamburg und der Architekt Sascha Arnold gehen in einem Rundtischgespräch im Süddeutsche Zeitung-Magazin jetzt auf die Suche nach der Clubformel. Das Ergebnis dieses Gesprächs ist zur Diskussion freigegeben. Bei Diskussionen wie dieser überlege ich meist stundenlang, ob ich mich beteiligen soll oder nicht, bleibt die Meinung im Zweifel doch von denen ungehört, die sie angeht.

Ein Club sollte meiner Ansicht nach eine soziale Funktion haben. Ein Club sollte nicht mehr, aber auch nicht weniger sein als ein Ort, an dem man mit Freunden eine gute Zeit haben kann, an dem man Menschen kennen lernen, Freunde finden aber auch alleine sein kann und darf. Ein Club ist ein Ort der Freiheit und Gleichheit. Wer man im Alltag ist, was man bis zum Anbruch der Nacht getan, wohin man am Ende der Party geht, das alles spielt keine Rolle.

Ein Club ist aber auch ein Ort der Musik. Wer einen Club betreibt, legt zuallererst Wert auf guten Klang und gut ausgewählte Disc Jockeys, Residents und Gäste. Sie definieren die musikalische Handschrift, mithin den Charakter des Clubs. Name, die Anzahl Facebook-, Soundcloud und Twitter-Follower spielen keine Rolle. Die Musik zählt, die Plattenauswahl, die Fähigkeit, einen Abend zu eröffnen, das Feuer langsam aber kontinuierlich zu entfachen.

Heute allerdings eröffnen viele Menschen einen Club mit dem ausschließlichen Ziel, Geld, im Zweifel viel Geld zu verdienen. Betriebswirtschaftliche Gewinnoptimierung ist für sie wichtiger als sozialer Fortschritt und musikalisch-künstlerische Identität.

Das zeigt sich – unter anderem – im Programm. Sie treiben eine Hype-Sau nach der anderen durch ihren Raum. Sie betonen Woche für Woche die “stark begrenzte Kapazität” ihres Clubs und bieten einen Vorverkauf an, damit man “garantiert an der Party teilnehmen” kann. Als ob diese Clubbetreiber ein menschliches Interesse daran haben, dass die Ticketkäufer an der Party teilnehmen; als ob es Räume mit unbegrenzter Kapazität gibt.

Veranstaltungen, die in Clubs ohne VIP-Zone und Bottle Service stattfinden und für die es keinen Kartenvorverkauf gibt, habe ich für dieses Wochenende wie folgt im Angebot:

I Tag14 – die Neujahrsfeierei w/ Agent Schwiech & Shaddy, Freitag, 10. Dezember 2014, ab 22 Uhr, Waldsee, Freiburg.

II In Love With…Makam & Love it Crew, Freitag, 10. Dezember 2014, ab 23 Uhr, Rocker33, Stuttgart.

III Dance Introspection w/ Andy Blake & The Name Game, Samstag, 11. Dezember 2014, ab 23 Uhr, Lady Bar, Basel.


IV Club Europa 518 w/ Pearson Sound, Tipura, Hemske, Samstag, 11. Dezember 2014, ab 23 Uhr, Bar Romantica, Stuttgart.

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