Crate Digging mit… Frits Wentink

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House, Techno, jazzig-verspielt, runtergestrippt-funktional: Als Produzent ist Frits Wentink schwer greifbar. Der Niederländer spielt am Freitag, 10. Februar, mit Dynamo Dreesen und Kombé im Basler Club Elysia. Welchen Klassiker er dort vielleicht auflegen wird, verrät er im Kurzinterview.

Welcher Klassiker verlässt nie deine Plattentasche?

Frits: Das ist „Your Ego“ von DJ Rush. Ich habe festgestellt, dass ich so ziemlich alle Platten sammle, die DJ Rush jemals produziert hat. Ich habe schon so viele von ihm, vor allem die 145-Bpm-Bretter. „Your Ego“ ist eine der wenigen Nummern, die etwas langsamer ist. Der Soul dieser Platte ist unvergleichlich.

Welche Platte hast du dir als letztes gekauft?

Frits: Yaleesa Hall x Malin – Remix EP. Diese ist auf meinem eigenen Label „Will & Ink“ erschienen, um ehrlich zu sein. Ich schummle also ein bisschen. Aber auf dieser Platte befindet sich ein ziemlich runtergestrippter mix, den ich sehr mag. Das ist diese Art von Hi-Tech-Funk, die ich gar nicht so richtig beschreiben kann.

Wann hat deine Sammelleidenschaft begonnen?

Frits: Ich kaufe Platten seit ungefähr vierzehn Jahren, mit einigen Unterbrüchen. Ich habe noch alle meine Platten und habe bisher keine einzige verkauft.

Was treibt dich dazu heute noch an?

Frits: Als ich angefangen habe, Platten zu kaufen, war das wirklich etwas Besonderes für mich. In der Stadt, in der ich aufgewachsen bin, gab es nur einen Plattenladen, der die Musik verkauft hat, die ich hören wollte. Damals gab es ja noch nicht die ganzen Webshops, auf die man heute zurückgreifen könnte. Der ganze Vorgang, raus zu gehen, in einen Plattenladen zu gehen und dort Platten zu kaufen, hat seinen Reiz bis heute nicht für mich verlassen – auch wenn ich über die Jahre etwas routinierter, abgeklärter geworden bin.

Was war dein schlimmster Moment beim Plattenkauf?

Frits: Ich kaufe eine Menge gebrauchter Platten. Manchmal kommt mir dabei eine Platte in die Finger, die Freunde von mir abgestoßen haben. Diese Platten haben immer noch deren Anmerkungen.


ZUR PERSON: Frits Wentink

Samplebasiert und jazzig-verspielt oder heruntergestrippt und funktional: Frits Wentink, 1988 in den Niederlanden geboren, bedient die gesamte Palette der House-Musik – unter seinem Klarnamen oder einer kaum überschaubaren Zahl an Pseudonymen. Steve Mesink, Felix Lenferink, Frederik Eisink, Urkelle zum Beispiel. Oder Will & Ink, wie auch sein eigenes Plattenlabel heißt, mit Bobby Donny sein zweites Label. Sein Debütalbum „Rarely Pure, Never Simple“ ist 2015 auf Wolf Music erschienen.

Facebook: Frits Wentink
Soundcloud: Frits Wentink
Soundcloud: Will & Ink


Was: Frits Wentink, Dynamo Dreesen, Kombé
Wann: Freitag, 10. Februar 2017, 23 Uhr
Wo: Elysia, Basel

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About Author

New Yorker Discokultur der Siebziger Jahre, House aus Chicago, Techno aus Detroit - drei von Bernhards liebsten Leidenschaften.