Podcast: Miruga

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Ethereal Sound, Rawthenticity, Altered Moods: Seit 2012 veröffentlicht Yoshiki Tsuchiya alias Miruga auf diesen und anderen Labels seine Musik – tiefgroovende House-Tracks. Warum Dankbarkeit für den Produzenten und Discjockey sehr wichtig ist, erzählt er im Interview. Der Podcast spricht für sich.

2016 hast du eine EP mit dem Titel „Be Free“ veröffentlicht. Was bedeutet Freiheit für dich?

Miruga: Freiheit bedeutet für mich innerer Frieden. Voraussetzung für inneren Frieden ist Dankbarkeit. Ohne Dankbarkeit keine Freiheit und kein Frieden.

Erlebst du inneren Frieden auch als Künstler?

Miruga: Ja. Ich bewahre mir Dankbarkeit als Haltung. Als Produzent und DJ habe ich vieles, wofür ich dankbar sein kann. Ich bin dankbar für alle Menschen, mit denen ich als Künstler, aber auch in meinem Alltag zu tun habe.

Inwieweit können Freiheit, innerer Frieden und House zusammenhängen?

Miruga: Eigentlich ist House ja eine Party-Musik. Ich denke aber auch, dass House eine atmosphärische Musik ist. Deshalb fühle ich Freiheit und Frieden, wenn ich diese Musik mit anderen teilen kann.

2010 hast du dein Debütalbum „First Impressions“ veröffentlicht. Wie hat sich dein Produktionsprozess seither verändert?

Miruga: Ich betrachte „First Impressions“ nicht als ein Album. Für mich ist das eine Sammlung von Tracks, die digital als Paket erschienen sind. Davon abgesehen hat sich mein Schaffen seither sehr verändert. Ich habe ein paar technische Geräte gekauft, um Musik zu produzieren. Ich liebe diese Geräte, einen Sampler, eine Drum Machine, einen Mixer, und so weiter. Jetzt arbeite ich vorwiegend mit diesen Geräten. Dafür bin ich sehr dankbar.

Womit arbeitest du denn am liebsten?

Miruga: Mit Machine von Native Instruments und alten, gebrauchten Vinylschallplatten. Ich liebe das Sampling als Methode, Musik zu produzieren. Während vieler Jahre habe ich eine MPC 1000 als Sampler benutzt. Aber inzwischen erleichtert mir Machine die Möglichkeit, mit noch viel mehr gesampelten Sounds zu arbeiten. Darüber hinaus denke ich, dass altes, gebrauchtes Vinyl auch eine Art von Instrument sein kann, auch wenn das jetzt vielleicht etwas zu weit führt.

Was möchtest du als Künstler noch kennen lernen?

Miruga: Im vergangenen Jahr reiste ich nach Chicago, New York und Detroit. Ich wollte Dance Music in ihren Ursprungsorten und in ihrer Tiefe erfahren. Dort, in Detroit, war ich auf Kai Alces Party „Deep Detroit“. Ich muss sagen, diese Party hat mich sehr bewegt und wirklich etwas in mir ausgelöst. Vielleicht hat sie sogar mein Leben verändert. Ich möchte weiterhin viel reisen, Dance Musik und Clubkultur in anderen Ländern erfahren. Mein nächstes Ziel heißt Europa.

Wer oder was sind deine größten Einflüsse?

Miruga: Meine Familie, meine Freunde, meine Großeltern.

Du lebst und arbeitest in Nagano. Wie sieht die Clubszene dort aus?

Miruga: Vielleicht nicht ganz so vielseitig wie in Europa, aber wir haben eine kleine, sehr lebendige Szene. Ich denke, in Nagano haben wir eine sehr gute lokale Szene. Viele DJs aus den USA kommen regelmäßig zu „Ueda City“, einer sehr friedlichen, befriedeten Party.

Was darf ich bei einem Besuch in Nagano auf keinen Fall verpassen?

Miruga: Den Zenkoij-Tempel, der größte buddhistische Tempel in Nagano. Die heißen Quellen, „Onsen“ genannt, und Soba, ein traditionelles japanisches Nudelgericht.


PODCAST

Soundcloud: Miruga
Facebook: MIruga
Bandcamp: Miruga

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About Author

New Yorker Discokultur der Siebziger Jahre, House aus Chicago, Techno aus Detroit - drei von Bernhards liebsten Leidenschaften.

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